A group of very happy people isolated on white background

Bye Bye altes Leben

Aufbruch in mein neues Leben: Veränderungsprozesse tun uns eigentlich gut. Aber warum mögen wir das eigentlich nicht so sehr? Hier eine eine kleine Anregung für alle Menschen, die sich gerade mit dem Thema auseinandersetzen.

Hilfe, die Firma ist auf Veränderungskurs. Super, sage ich – denn das bedeutet Neuausrichtung. Neuerung bedeutet Innovation. Doch gerade dies nicht einschätzen zu können, kann Frust, Angst und Demotivation der Mitarbeiter hervorrufen. Alle Menschen, die grundsätzlich in Ihrer Neugierde hoch ausgeprägt sind, freuen sich auf das was da kommen mag. Neue Aufgaben, Visionen und Richtungen. Vielleicht sogar eine neue Kommunikationskultur zu gestalten oder das Teamklima zu verbessern. Was für den einen Motivationsschub ist, ist für die anderen Mitarbeiter beängstigend. Die Neuerung wird sorgenvoll gesehen.  Warum? Weil wir nicht einschätzen können, was da wirklich auf uns zukommen mag. Darum ist es z.B. für jede Führungskraft um so wichtiger, neben den Führungsaufgaben der strategischen Planung, den Mitarbeiter in seinen Bedürfnissen nicht zu vergessen. Denn der Mitarbeiter muss im neuen Arbeits-Umfeld Heimat finden. Und auch die Führungskraft darf sich dabei nicht aus dem Auge verlieren.

Disziplin und Willenskraft

Ganz entscheidend ist dabei der ausgeübte Führungsstil. Teamführung z.B. im agilen Kontext zielt darauf ab, sich als Führungskraft überflüssig zu machen. Die eigentliche Führungsaufgabe verlagert sich auf Hilfe zur Selbsthilfe, Unterstützung in der Konzentration der zu bearbeitenden Aufgaben und Sparring. Agile Führung ist natürlich nur eine Form der Umsetzung im Führungsmanagement und der Personalführung, aber ein sehr effizientes!

In anderen Kontexten sieht es wieder ganz anders aus. Meist wissen wir, dass wir uns bewegen müssen, um unsere Ideen und Lebensmotive zufrieden leben zu können. Was aber unterscheidet den einen der seinen Weg geht, von dem, der im wahrsten Sinne des Wortes stehen bleibt. Auf den Punkt: Disziplin und Willenskraft. Man muss seine Wünsche quasi kontinuierlich hegen und pflegen. Und wie geht das?

5 Schritte zu einer erfolgreichen Neuausrichtung

Wem klar ist, dass er nicht weitermachen möchte wie bisher, der hat schon die Schüppe in der Hand um den ersten Schritt umzusetzen. Aber auch wenn wir deutlich merken, dass wir an einem Wendepunkt stehen, und wissen, dass wir etwas tun müssen, wissen wir dann oft aber gar nicht, wie und wo wir anfangen sollen.

Schritt 1: Sichtweise ändern ­– Die Macht des Paradigmenwechsels

So wie wir die Welt bisweilen erlebt haben, sehen, denken, fühlen und verhalten wir uns. Die gute Nachricht: Wenn wir uns nicht gut fühlen, können wir den Hebel bei uns selbst ansetzen. Wir sind dabei nicht von anderen oder unserer Umwelt abhängig. Wir müssen die Dinge „nur“ anders betrachten. Dann können wir auch unser Verhalten angleichen.

Um das eingeschränkte Bewusstsein und die eigene Wahrnehmung einmal anders betrachten zu können, arbeite ich in meinen Coachings häufig u.a. mit einer Übung, die dies deutlich macht. Die Aufgabe ist recht simpel: Beschreiben Sie einen Gegenstand. Ich mache die Übung ebenfalls mit und danach suchen wir nach Überschneidungen. Häufig wird deutlich, dass meine Kunden und ich einen völlig anderen Blick auf den Gegenstand haben. Das zeigt, wie stark unsere Konditionierung unsere Wahrnehmung beeinflusst. Übertragenen wir das auf unser Leben, heißt das: Die Einflüsse aus Familie, Schule, Verein, Arbeitswelt, Freundeskreis, Kollegium und unsere aktuellen sozialen Einstellungen haben eine unbewusste Wirkung auf uns. Daher erarbeiten wir erst einmal gemeinsam eine reale, perspektivisch ausgerichtete Sichtweise auf die Situation, die sich nicht mehr passend anfühlt. Dabei stehen gangbare Lösungen im Vordergrund. Im Klartext: Um Veränderungen vorzunehmen, müssen wir unsere Einstellung und unser Verhalten erst einmal ändern (wollen).

Schritt 2: Schnelle Lösungen – Unsere Art, das Problem zu sehen, ist das Problem

Die Fähigkeit, eigene Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment auszurichten, ohne ihn zu bewerten, ist eine hohe Kunst. Aber auch der Schlüssel zu uns selbst. Sie haben es in der Hand, sich zu sorgen oder gut für sich zu sorgen. Viele bewundern Menschen, die augenscheinlich persönliche Reife oder Stärke besitzen. Sie suchen nach der Strategie, um es ihnen gleich zu tun. Aber es gibt keine Patentlösung oder einen nutzbaren Ratschlag, der für alle gilt. Soziales Aspirin hilft nur akut und schnell. Der chronisch schlechte Zustand ist damit nicht behoben. Wenn wir uns doch schon viel Mühe geben, an uns zu arbeiten, darf es doch auch längerfristigen Nutzen bringen, oder? Nachhaltigkeit ist hier Trumpf.

Wir sollten deshalb verstehen, dass wir kontinuierlich an unserer Neuausrichtung arbeiten müssen. Einmal einen Weg zu beschreiten heißt nichts anderes als am Ball zu bleiben und etwaige Kurskorrekturen vorzunehmen. Einmal fundamental aufräumen und schauen, wie unsere Art, die Probleme zu sehen, Hauptbestandteil bei der Suche nach Lösungen ist. Wir brauchen also eine neue Ebene des Denkens, bei der wir lieb-gewonnene Gewohnheiten hinterfragen. Das ist eine unabdingbare Verpflichtung uns selbst gegenüber.

Schritt 3: Proaktivität – Die Initiative ergreifen

 In unserer Natur ist verankert, zu machen und nicht „gemacht“ zu werden. So können wir – anstatt uns als Opfer zu fühlen – unsere Reaktion auf die Umstände selbst frei wählen, um neue Kraft, für neue Lebensumstände zu schöpfen. Die Initiative zu ergreifen, bedeutet aber nicht, unangenehm oder aggressiv zu werden. Es bedeutet vielmehr, unsere Verantwortung dafür anzuerkennen, das Dinge passieren. Diese Verantwortung uns selbst gegenüber ist immer da. In tief emotionalen Zuständen manchmal nur verschüttet, aber jederzeit wiederabrufbar.

Neuausrichtung bedeutet in diesem Zusammenhang, sich mit sich zu versammeln und auszuloten, was es für Möglichkeiten für neue Wege, Gedanken, Meinungen, Karriereschritte, etc. gibt. Besonders interessant sind dabei die bisher unsichtbaren Qualitäten. Manchmal brauchen wir ein wenig Unterstützung, das Unsichtbare sichtbar zu machen und durch eine pro-aktive Sicht unseren Einflussbereich zu vergrößern.

Schritt 4: Fahrplan­ – Am Anfang das Ende im Sinn haben

Ich rate jedem, der sich neu ausrichten möchte, dringend, sich vorab einen Zeit- und Fahrplan zu erstellen. Dabei ist immer wichtig, viel Raum und Zeit für Recherche, Pausen und Kreativität einzuplanen. Und bei beruflichen Veränderungen nicht zu vergessen: Was sagt der Markt? Wir befinden uns derzeit in einem großen Veränderungsprozess. Da sind plötzlich auch Dinge möglich, mit denen wir nicht gerechnet hätten.

Wir brauchen Zeit, Geduld, Engagement, Geschick und Einfühlungsvermögen uns selbst gegenüber, um uns neuen Werten und Strukturen zu öffnen. Druck ist einfach kein guter Geselle. Bei der Neuausrichtung geht es nicht um eine kurzfristige Orientierung. Was wir vielmehr brauchen sind Visionen, Perspektiven, Disziplin, Kontrolle und einen kreativen Raum. In krisenhaften Zuständen ist das sehr, sehr schwer zu schaffen. Machen wir uns aber bewusst, wo wir stehen und wo wir hinwollen, gelingt es. Einfach nur weg, reicht nicht. Aber unsere Talente, unser Wille sowie Kompetenzen und Motivatoren geben aber zuverlässig Aufschluss über unser Ziel und die Richtung.

Schritt 5: Rollenklärung – Selbstmanager werden

Wir müssen unsere Rollen kennen, die wir besonders gerne einnehmen. Und wir brauchen Klarheit über die Rollen, die uns eher lästig sind. Neuausrichtung bedeutet ja nicht unbedingt, Altes loszulassen, sondern es kreativ und konstruktiv auf den neuen Weg mitzunehmen. Und was wir unbedingt loswerden wollen, können wir erstmal ruhen lassen. Im eigentlichen Sinne: einfach lassen. Die meisten haben durch die Krisenzeit gelernt, sich flexibel neuen Gegebenheiten anzupassen. Dieses neue Wissen um sich selbst ist sehr nützlich. Sich zu erkennen ist der beste Ratgeber, um sich neu auszurichten. Falls Sie sich unwohl mit irgendwas fühlen oder hadern, ist das ein klares Anzeichen dafür, das sie etwas verändern wollen und für meinen Geschmack auch sollten.

Feel Good Outdoor Workshop

Ich lade Sie auf diesem Weg zu unserem ersten Outdoor Feel Good Workshop zur strategischen- und körperlichen Neuausrichtung ein. Wann? im goldenen September am 12/13.09.2020 oder 26./27.09.2020 in Düsseldorf auf einer schönen Wiese ein. Anmeldung gerne über an@wendepunkt-coaching.com

Oder Sie lassen sich von unserer neuen Coachcastfolge 6 zum Thema Neuausrichtung inspirieren.

Ich wünsche Ihnen viel Spass dabei.

Mit Imagefilm Musik: Walking on Air von Frametraxx