Heimatliebe Köln

Heimat- Eine Hommage an die Selbsterkenntnis

Die Welt und sich aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten. Und einen Ort finden, wo man sich sicher, geborgen und willkommen fühlt. Das bedeutet Heimat für mich und darum geht´s in unserer aktuellen  Wendepunkt Coachcastfolge. Was genau macht so einen Ort eigentlich aus? Per Wikipedia Definition bedeutet dies „zumeist ein Hinweis auf eine Beziehung zwischen Mensch und Raum“. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird er auf den Ort angewendet, in den ein Mensch hineingeboren wird und in dem die frühesten Sozialisations- Erlebnisse stattfinden. Dieser Ort prägt Identität, Charakter, Mentalität, Einstellung und Wertmaßstäbe. Quasi ein durch positive Prägung gefühlter Sehnsuchtsort, der uns ein grundlegendes positives Lebensgefühl vermittelt.

Heimat neu gestalten 

In Köln zum Beispiel wird dieses Lebensgefühl, gelebt und im Karneval heroisch besungen, durch Kölsch(Bier) vielleicht manchmal auch noch schöner gefühlt als diese Stadt es in Wirklichkeit zu versprechen vermag. Zweifelsohne ist dieser rheinische Frohsinn aber tatsächlich etwas, was diese Region so besonders und einzigartig macht. Corona mal beiseite geschoben, wird hier schon sichtbar, das die Menschen in Köln und Umgebung etwas gelassener auf die Dinge reagieren.Artikel 3 des kölschen Grundgesetzes „Et hätt noch immer jot jejange.“spiegelt dies in der Zusammenfassung. So jedenfalls nehme ich das wahr. Nehmen wir an, dass die Summe aller positiven Prägungen „innere Heimat“ bedeuten, dann verstehen wir auch besser, dass das Streben nach „Ankommen = verstoffwechseltes, positives Handeln“ ein Urgefühl ist. Denn wer das Gefühl keine „innere Heimat“ zu haben kennt, wird sie auch nicht im „Außen“ finden und bleibt so auf der dauerhaften Suche.

So ergeht es wohl vielen, die auf der Suche nach dem großes Glück oder Erfolg sind. Da negative wie positive Kindheitsprägungen einen wesentlichen Teil unserer Persönlichkeit und unserer Wahrnehmung bestimmen, ist es wichtig sich unseren inneren ungünstigen heimischen Gefühlen zu widmen. Wer sie loswerden will, hat durch das bewusste reflektierte Fühlen gute Chancen seine Heimat neu zu gestalten und erst recht zu finden.

Heimatgefühle

Aus dem kleinem Anfang entspringen alle Dinge

Ich glaube bis hierhin gibt es keinen Zweifel über die logischen innneren Prägungen und der daraus resultierenden Persönlichkeitsstruktur. Was aber ist, wenn wir immer wieder an die gleichen unüberwindbaren Stolperfallen und Konflikte stoßen? Was wirkt da eigentlich in uns und vor allem wie können wir uns das bewusst machen? Oft ist der Grund für unseren mäßigen Erfolg unserer Zielerreichung, dass unser bewusster Verstand seine negativen, tief verankerte Überzeugungen und die daraus resultierenden belastenden Gefühle wie Trauer, Angst, Hilflosigkeit oder Wut in unseren selbstentwickelten Schutzstrategien quasi unbewusst boykottieren. Darum hilft es uns oft typische Schutzstrategien auf ihre Sinnhaftigkeit zu überprüfen, damit sie uns nicht dauerhaft im Wege stehen.

Schutzstrategien hinterfragen

Typische Schutzstrategien sind innerer Rückzug, Harmoniestreben, Perfektionsstreben, Angriff- und Attacke oder auch Macht- und Kontrollstreben. Dieses Verhalten legen wir an den Tag, um belastende Gefühle wenig bis gar nicht zu spüren. Was können wir also aktiv tun, um diesem Zustand zu entkommen? Dabei spielt natürlich unser Bewusstsein eine ganz große Rolle. Bei immer wiederkehrenden Konflikten oder logisch nicht nachvollziehbaren, irrationalem Reaktionen ist es daher gut, wenn wir unser bisheriges Verhalten einmal hinterfragen und vielleicht einmal umzucodieren. Bei innerem Rückzug vielleicht in die Konfrontation gehen, bei Kontrollstreben sich mal einfach alles erlauben, um zu schauen, ob es sich anders oder gar besser anfühlt. Die Dinge einfach mal bewusst anders zu machen ist ein sehr guter Weg. Den anderen Weg kennen wir ja und auf Dauer hemmt er unsere Entwicklung. Aber warum tun wir uns so schwer damit andere, neue Wege zu gehen?

Oft stecken starke Kränkungen aus der Vergangenheit dahinter, die wenn wir sie nicht bewusst reflektiert haben uns ein Leben lang zu schaffen machen. Sie hängen wie Ballast an uns und quälen uns mit lästigen „warum Fragen“, auf die wir selten eine zufrieden stellende Antwort finden. Die Psychologie spricht hier von dem Modus des wohlwollenden und besonnenen Erwachsenen-Ichs zu wechseln.

Eine Hommage an die Selbsterkenntnis: Sich: selbst: erkennen

 Aus meiner Erfahrung heraus ist die“ Reflexion“ das Zaubermittel zur Selbsterkenntnis; und der Schlüssel zu fast allen Problemen, die irgendwie da sind, aber irgendwo im Unterbewusstsein vor sich hin schlummern. Grundsätzlich haben wir einen guten Zugang zu unseren inneren Gefühlen, Motivatoren und Gedanken. Und es geht auch nicht immer darum Lösungen zu finden, sondern sich seiner bewusst zu werden und so zum Gelingen eines sozialverträglichen Miteinander zu verhalten. Selbsterkenntnis hat auch einen gesellschaftlichen Wert, denn stark verdrängte oder unreflektierte Gefühle können sich ungünstig auf unser direktes Umfeld übertragen und so zu leidigen Wahrnehmungsverzerrungen führen. In gravierenden Fällen sind es Staatsmänner, die durch mangelnde Selbstreflexion ganze Nationen ins Verderben ziehen können.

Es ist mir ein großes Bestreben, Menschen anzuleiten einmal ein ganz neues Bild von sich zu zeichnen, Dinge zu hinterfragen und den Mut aufzubringen zwischen Wunde und Verletzung und Selbstbestimmheit und Kraftideen zu unterscheiden. Sich ins Handeln zu bringen und erste sichtbare neue Denkansätze zu kreieren spielt dabei eine ganz zentrale Rolle.

Grundbedürfnis und Frust

 Unwohlsein und Wohlsein sind die Parameter für ein zufriedenes Leben bzw. der Bedürfnisbefriedigung. Bei Wohlsein sind unsere Bedürfnisse befriedigt, bei Unwohlsein fehlt etwas. Wir unterscheiden nach folgenden Grundbedürfnisse:

  • Das Bedürfnis nach Autonomie und Kontrolle
  • Das Bedürfnis nach Lustbefriedigung
  • Das Bedürfnis nach Bindung
  • Das Bedürfnis nach Selbstwerterhöhung bzw. Anerkennung

Anders ausgedrückt, immer wenn wir Stress, Kummer, Wut oder Angst verspüren sind unsere Grundbedürfnisse im Spiel. Leider treten diese nicht getrennt auf, sondern auch mehrere gleichzeitig, was die Situation nicht leichter macht. Wenn wir auf ganzer Linie frustriert sind und uns davon vereinnahmen lassen, dann werden wir nur schwerlich zu konstruktiven Lösungsansätzen finden. Betrachtet man sich aber vor dem Hintergrund der Grundbedürfnisse und schaut was fehlt, werden die Ursachen und Schwierigkeiten manchmal viel klarer und überschaubarer.

Wir gewinnen an zusammenhängendem Wissen. Wir wissen, dass wir verletzt wurden. Wir wissen, dass das ursächlich aus den Verletzungen in der Vergangenheit bzw. jüngsten ungünstigen Kindheitserfahrungen steckt. Wir wissen, das in Zusammenhang zu bringen und dass das mit der aktuellen Situation oder Problem nichts zu tun hat. Wir erleben vergangenes, ungünstiges in einem anderen Kontext. Und wir wissen das eine vom anderen zu unterscheiden. Betrachten wir die Dinge, die uns im Weg stehen und uns übel mitspielen also anhand der Bedürfnisformel, sind wir in der Lage einen Ausweg zu finden. Einen der in Wohlsein mündet.

 

Vom Dauerkummer zur Unternehmerin

Ich hatte mir eigentlich schon immer die Frage gestellt, warum ich nicht wirklich glücklich war. Irgendetwas schien mich davon abzuhalten, mein schönes Leben mit meiner wunderbaren Tochter, einem ertragreichen Beruf und einem guten Partner an meiner Seite leben zu können. Jedenfalls so, wie es vielfach in den Spielfilmen dieser Welt auch unter Hinzunahme von Konflikten zu leben scheint.

Aus heutiger Sicht kann ich das natürlich viel freier und mit Freude selbstreflektiert betrachten. Die Diskrepanz von dunklen Flecken der Vergangenheit haben lange Schatten über mein eigentliches Leben geworfen. Scheinbar war mein starkes Autonomiebestreben als Grundbedürfnis sehr lange in einer Kammer eingesperrt. Wege daraus waren nicht sichtbar. Quälende Warum-Fragen schon eher. Vermutlich haben mir die gefühlten 10.000 Selbstreflexionsaufgaben, die ich bis heute praktiziere dabei geholfen.

Erkannt habe ich dabei eine ganz wichtige Information über mich selbst, nämlich dass ich nicht alles selber schaffen muss, um meinem Autonomiebestreben zu erfüllen. Und natürlich, dass nicht die Dinge beunruhigen, sondern allein meine Vorstellung davon mich unruhig werden lässt. Wer kennt das nicht, sich in traumatische Verhältnisse hinein zu steigern. Manchmal lohnt es sich aber seinen Ängsten zu stellen und sie mit den Grundbedürfnissen abzugleichen. Wir finden ad hoc die Antwort auf die Frage: Was stimmt nicht (mit mir)? Dies einmal erkannt, können wir für uns stimmige Lebensqualitäten herausarbeiten und daraus neue Energien gewinnen. Der Grundstein zur Neuausrichtung ist gelegt.

Schlüssel der Erkenntnis

Meine persönliche Anleitung zur Lebensfreude auch in diesen ungewohnten Zeiten sind die gelebte, konsequente Selbstfürsorge als Lebensaufgabe, die Erkenntnis, dass nicht die Dinge an sich beunruhigen, sondern lediglich unsere Vorstellung der Dinge!  Und ganz wichtig, dass ich Andere um Unterstützung bitten darf und Hilfe in Anspruch nehmen kann. Danke an mein freundschaftliches Netzwerk, dem ich viel zu verdanken habe und mir immer im Gedächnis haften bleiben wird. In diesem Sinn, bleibt zuversichtlich und mutig und forscht, was das Zeug hält.

Wendepunkt Coachcastfolge 17/Heimat

Enthält gemafreie Imagefilm- Musik: Walking on Air von FrameTraxx