Chiemsee, Coachcast

Krisen erfolgreich überwinden und das Leben finden, das sich gut anfühlt

Das Projekt Mutmachmenschen ist meine ganz persönliche Herzensangelegenheit. Warum? Weil ich selbst ein Mutmachmensch bin und vielleicht noch etwas mehr – Ich bewege Menschen, egal ob körperlich oder mental und unterstütze sie bei jeder Art von Neuausrichtung. Insbesondere und vor allem, wenn sie sich auf dem Weg zum Ziel in Sackgassen verlaufen. Hinter dieser Berufung steckt meine eigene bewegende Geschichte. Selbst an Burnout erkrankt, habe ich mein Leben umgekrempelt, alte Zöpfe abgeschnitten und dieses Ändern bis heute kultiviert und weiterentwickelt. Meine Geheimwaffen: Zielorientiertheit, Neugierde und Empathie. Meine Botschaft: Macht es Euch schön – jetzt und immer, denn das Leben bietet keine Generalprobe.

Ein ganz normaler Tag. Wie ich einmal (fast) alles verlor und dadurch meine Berufung fand.

Hier in Kürze meine eigene Geschichte die ich gerne aus der Perspektive einer Freundin erzählen möchte. Mit Anfang vierzig scheint mein Leben perfekt und habe alles: Eine Top-Karriere in der Medienbranche, eine wundervolle Tochter aus erster Ehe, eine glückliche Beziehung, eine Eigentumswohnung in bester Lage. Ich lebe das Leben einer sogenannten Powerfrau: Im Job performen, alleinerziehende Mutter sein, abends nach der Arbeit noch Freunde treffen, am Wochenende was unternehmen – normal. Klar, ich bin ständig müde, leide unter chronischen Kopfschmerzen und Kreislaufproblemen – aber ein paar Zipperlein hat schließlich jeder, oder?

Der Zusammenbruch kommt aus heiterem Himmel und ohne Vorankündigung bei einem Routine Arzttermin. „Wie geht es Ihnen eigentlich?“ – diese einfache Frage der Ärztin triggerte wohl bei mir ungeahnte Emotionen. Ja, wie geht es mir wirklich? Ich bekomme einen Weinkrampf, weine rund eine Stunde lang in der Arztpraxis ohne Unterbrechung. Die Ärztin schreibt mich krank, zunächst zwei Wochen lang. Diagnose: Burnout. Aus den zwei Wochen werden zwei Jahre, eine Phase, in der ich mein bisheriges Leben komplett neu organisieren muss. Denn nach dem Burnout bleibt kein Stein auf dem anderen.

Coach Cast mit Insa Löll und Anke Nennstiel Wendepunkt Coaching Köln

Wahrheiten sehen wollen

Damals habe ich erkannt, dass ich schon lange unglücklich im Beruf und im Privatleben war. Mit großem Kraftaufwand schaffe ich tatsächlich die Wende, ich werde wieder gesund, finde zurück zu meinem Optimismus und meiner Lebensfreude. Und erschaffe mir eine neue berufliche Existenz als Beraterin und systemischer Coach rund um das Thema Neuausrichtung. Heute bin ich endlich angekommen und glücklich damit, anderen Menschen mit meiner Erfahrung helfen zu können. Ich bin eine glühende Verfechterin des Leitbildes Beruf als „Berufung zu verstehen“ und helfe unter anderem Menschen dabei, eben diese Berufung für sich zu finden. Und rate jedem sich in Erschöpfungszuständen ernst zu nehmen.

Gehen oder Bleiben

Should I stay or should I go now?“ – nicht nur die Band “The Clash” stellte sich diese Frage. Sie begleitet viele Arbeitnehmer täglich. Vor allem werktags. Wann lohnt es sich zu bleiben und wann ist die Zeit reif für einen Jobwechsel?

Machen wir weiter mit den Songtiteln: „Wir sind gekommen, um zu bleiben – wir gehen nicht mehr weg“. Die Zeiten, in denen wir den einmal gewählten Beruf, bei ein und demselben Unternehmen, bis ins Rentenalter ausüben, sind schon lange vorbei. Vielleicht gab es sie auch nie und die „alten Zeiten“ werden nur mal wieder romantisiert. Doch obwohl es dieses Motto in Bezug auf den Job nicht (mehr) gibt (und wenn, dann nur in sehr vereinzelten Bereichen oder Branchen) verharren einige todunglücklich Tag für Tag in ihrem Job. Wie kommt das? Und selbst wer nicht todunglücklich ist, sondern seinen Job eigentlich mag, ist mit einem Jobwechsel vielleicht gut beraten. Warum? Weil das Wort „eigentlich“ schon darauf hindeutet, dass auch dort irgendetwas nicht stimmt.

Realitätscheck: bleiben oder leiden?

Nicht die Realität beunruhigt uns, sondern die Vorstellung der Dinge – Das ist eine fast immer zutreffende Erkenntnis aus meinem Coaching-Alltag. Ich würde am liebsten Riesen-Plakate mit diesem Satz bedrucken. Bisher müssen noch Postkarten herhalten. Im Coaching begegnen mir immer wieder Menschen, die in ihren Vorstellungen verhaftet sind. Sie kreieren Worst-Case-Szenarien und richten sich in diesem Leben voller Angst und Kompromissen ein. Menschen schließen sich äußerst gern in Jammerzirkeln zusammen, klagen über nervige Jobs, intrigante Kollegen und egozentrische Chefs. Und erinnern sich zusammen daran, wie toll alles (NIE!) war. Aber genau durch diese vorgestellten Szenarien, verharren sie in einer Realität, in der sie gar nicht glücklich sind. Sie haben verlernt, die Entscheidungen für ihr Leben selbst zu treffen. Sie bleiben und leiden. Gründe, nichts zu verändern, finden sich viele. Leider ist das jedoch ein schleichender Prozess, der unausweichlich zum Energieverlust führt und im schlimmsten Fall krankmacht.

Was hilft? Ein klarer Realitätscheck:

– Was ist Eurer „eigentlich“, das sich im Job oder Privatleben nicht gut anfühlt? Was macht Euch an Eurem Job Spaß?

– Welche Faktoren oder Aufgaben verleiden Euch den Job?

– Welchen Einfluss habt Ihr darauf?

– Und das Wichtigste: Was nehmt Ihr wahr?

Dieser Realitätscheck funktioniert nicht rein auf der rationalen Ebene, sondern vor allem auf der Wahrnehmungsebene. Wir sind sehr gut darin, unsere Gefühle und Signale unseres Körpers wegzudrücken. Was passiert, wenn wir sie einmal ernst nehmen, in uns rein fühlen? Schärfen Sie die eigenen Sinne. Was sehen wir? Was riechen wir? Was hören wir? Wie fühlt sich was an? Schärfen wir alle unsere Sinne. Denn wir fühlen und spüren immer, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Lange bevor sich die Gedanken zu einer möglichen Veränderung formen. Und dafür müssen wir nur in uns „hineinfühlen“.

Raus aus der Opferhaltung: Jeder Tag ist ein Wendepunkt

Sicher gibt es manchmal gute Gründe, sich über unseren Chef, unsere Kollegen oder unsere Kunden aufzuregen. Doch Fakt ist: Wir leben in einem demokratischen Rechtsstaat. Bei uns wird niemand gezwungen, seinen Job zu machen. Wir haben immer die Möglichkeit Nein zu sagen. Natürlich gibt es auch Argumente, den Job nicht direkt hinzuschmeißen. Meistens sogar viele gute. Doch allem voran bremst uns unsere ureigene Angst vor Veränderungen. Weil wir in unserer unglücklichen Realität zumindest Wissen, woran wir sind. Deshalb neigen wir dazu, uns in überaus „trügerischen und kontraproduktiven Komfortzonen“ einzurichten. Trotz unseres Unwohlseins erscheinen die uns nämlich eben doch immer viel bequemer und sicherer als die Ungewissheit oder die Horrorszenarien, wie viel schlimmer es uns noch treffen könnte. Genau das lähmt uns. Und hält uns in einer Art „Unwohlsein-Endlos-Spirale“ gefangen.

Vielleicht ist aber auch noch gar nicht alles verloren und auf der Arbeit lässt sich alles noch in die richtigen Bahnen lenken. In solchen Fällen hilft es, Änderungsbereitschaft zu signalisieren. Nach innen und außen. Das ist allerdings nicht einfach. Am besten suchen wir uns dafür zunächst Unterstützung: eine Freundin, einen Kollegen oder einen Coach – auf jeden Fall brauchen wir eine Vertrauensperson, mit der wir über die Situation, wie wir uns fühlen und was wir möchten austauschen können. Denn wer sich selbst versteht, kommuniziert besser. In einem nächsten Schritt müssen wir dann deutlich machen, was wir wollen. Wir können nicht davon ausgehen, dass Vorgesetzte und Kollegen schon wissen, was wir brauchen. Also müssen wir lernen, unsere Bedürfnisse besser und klarer zu formulieren.

Durch Krisen und Veränderungen entsteht Wachstum

Viele scheuen solche Gespräche oder Konfrontationen mit dem Hinweis auf den eigenen Energiehaushalt:

– „Das kostet mich zu viel Energie. Dem gehe ich lieber aus dem Weg.“

– „Gerade habe ich eh schon so viel Stress. Da brauche ich meine Energie für andere Dinge.“

– „Die Energie auf das Projekt zu lenken, ist jetzt erst einmal wichtiger.“

Wir wissen schon aus dem Physikunterricht: Reibung kostet Energie. Aber dieser kurzzeitige Energieaufwand steht oft in keinem Verhältnis dazu, wieviel Energie wir damit langfristig fürs eigene Leben gewinnen können. Nehmen wir Krisen also besser an und akzeptieren, dass sie zum Leben dazugehören, anstatt uns dagegen zu stemmen. Dadurch wird der Umgang mit ihnen leichter. Außerdem brauchen wir die Auseinandersetzung mit einem Gegenüber, um neue Sichtweisen zu erlangen und uns weiterzuentwickeln. Bei unserer Neuaufstellung bedeutet Reibung deshalb nur vordergründig Energieverlust. Und erweist sich bei genauem Hinsehen und hineinfühlen, als Grundstock und Katalysator für unser persönliches Wachstum.

Wendepunkt erfolreich nutzen

Sich selbst ändern oder gehen

Und genau darum geht es: die EIGENEN Sichtweise und das EIGENE Verhalten ändern. Nicht, den Chef oder die Kollegen dazu bekommen, jetzt doch gefälligst mal Rücksicht zu nehmen oder dies und jenes zu tun. Wir müssen schon selbst unsere Sichtweisen und Ihr Verhalten derart ändern, dass wir mit der Arbeitssituation gut zurechtkommen oder genug Energie haben oder unsere Erfahrungen gut einsetzen können – je nachdem, wie die konkrete Lage ist. Ist das nicht möglich und der innere Werte-Konflikt beispielsweise zu groß, bleibt nur eins: gehen.

Am besten ohne Angst vorm Unbekannten, sondern mit der Vorfreude darauf, wozu wir diesen Wendepunkt und Meilenstein für ein besseres Leben nutzen können. Das ist definitiv nicht einfach, aber glauben Sie mir, es lohnt sich. Ich habe es selbst durchlebt und stehe aufrecht den Herausforderungen des Lebens gegenüber. Nicht zuletzt auch weil ich mit meinem Mann eine tolle Unterstützung für meine Themen habe und eine Familie, die dieses Leben erst lebenswert macht.

Das Format Mutmachmenschen

Im Laufe meiner Tätigkeit als Coach habe ich viele interessante Menschen und ihre zum Teil dramatischen Schicksale kennen gelernt. Und es war wohl auch Schicksal, dass ich im Januar 2020 die Radiomoderatorin Insa Löll coachte, die mir dringend riet, aus meinen Blog-Artikeln ein Podcast-Format zu entwickeln (www.podcast.de/podcast/831356/). Schnell kam auch die Idee auf, Menschen aus meinen Coachings als Gäste einzuladen und anhand ihrer Schicksale die Geschichte von erfolgreich gemeisterten „Wendepunkten“ zu erzählen. Denn jeder dieser Menschen dient als Vorbild. Und zeigt uns sehr persönliche und authentische Beispiele, Ansätze und Impulse auf, wie wir unsere eigenen Krisen besser und schneller meistern können. Das Format „Mutmachmenschen“ war geboren. Und der Erfolg gibt uns recht: Seit Beginn der Podcast-Reihe sind die Hörerzahlen konstant gestiegen. Beim letzten Stand nach 17 Folgen waren es über 2000 Hörer auf allen Kanälen. Und wenn Sie da etwas mitgenommen haben, empfehlen Sie unseren Podcast bitte weiter und machen mehr daraus.

Wendepunkt Coachcast Folge 18: Mutmachmensch Anke- Menschenfreundin mit der Lizenz zum Mut machen

Enthält gemafreie Imagefilm- Musik: Walking on Air von Frame Traxx