Wendepunktcoachcast

Wendepunkt: Die Sackgasse, die zum Umkehren zwingt.

Heute ist ein ganz besonderer Tag. Denn Insa Löll und ich haben heute unsere 25. Folge des Wendepunkt-Coachcasts produziert. Das macht uns beide ganz besonders froh und stolz. Wir haben es nämlich geschafft seit fast einem Jahr jeden zweiten Donnerstag über die Herausforderungen im Leben zu plaudern.

Und das immer mit Spaß, Herzblut und manchmal auch mit ganz viel Tränen. Herzlicher und ganz besonderen Dank gilt unseren Gästen in der Rubrik „MutmachMenschen“, die maßgeblich zum Erfolg mit mittlerweile über 2500 Hörern beigetragen haben: „Es ist ganz wunderbar, dass ihr uns in unserem Herzensprojekt unterstützt!“

Aber warum eigentlich Wendepunkt-Coachcast?  Weil wir es als wichtiges Thema sehen Menschen Mut zu machen. Durch individuelle Impulse von anderen Menschen, die Dinge und unser Leben einfach mal anders zu betrachten. Und anstatt zu jammern, darüber besser zu lachen, etwas daraus zu lernen und für unseren Alltag mitzunehmen.

Scheitern ist eine gute Gelegenheit, es noch einmal anders anzupacken

 Per Definition ist ein Wendepunkt eine Art Sackgasse, die zum Umkehren zwingt. Egal ob nach Krankheit, Jobwechsel, Verlust eines geliebten Menschen oder finanziellem Zusammenbruch. Ein Wendepunkt markiert die Stelle, an der man umkehrt, ohne rückwärts zu gehen. Es gibt persönliche, strategische und gesamtgesellschaftliche Wendepunkte.

Oft folgt eine Neuausrichtung, zu denen uns die Umstände treiben. Oder wir spüren einfach nur sehr deutlich, dass wir dringend etwas ändern müssen, ohne genau zu wissen was denn eigentlich. Für mein Dafürhalten lohnt es sich übrigens immer, über ein besseres und gesünderes Leben.  Coronabedingt stehen wir ohnehin vor einem gesamtgesellschaftlichen Wendepunkt. Es zeigt sich nämlich immer deutlicher, was auch schon vor der Pandemie nicht in Ordnung war. Und wir deshalb auch nicht umhin kommen, die entsprechenden Veränderungen und unsere Neuausrichtung anzugehen.

Wendepunkte kann man fühlen

Eines ist mittlerweile den Meisten von uns klar: irgendetwas will an dieser Stelle einfach nicht mehr so weitergehen. Wir können das schon länger spüren. Und das ist auch gut so. Meist sind wir jedoch in unseren ungünstig einstudierten Gedankenkonstrukt gefangen. Deshalb ist es hilfreich einmal den Nutzen der Misere zu identifizieren.

Was hält also die Krise oder der Zusammenbruch Gutes für uns im Gepäck? Ist doch totaler Quatsch, sagen da viele. Was soll das Gutes für mich im Gepäck haben? Häufig zum Beispiel die Einsicht, dass man an irgendeiner Stelle falsch abgebogen ist. Oder sich gerade die Möglichkeit bietet, dem Leben, den Dingen und den eigenen Bedürfnissen mehr Aufmerksamkeit zu widmen und achtsamerer zu begegnen. Das wäre in jedem Fall schon einmal eine gute und überaus nützliche Erkenntnis.

Wie erkennt man überhaupt einen Wendepunkt?

Das Entwicklungsmodell nach Schleich sagt dazu: An der emotionalen Akzeptanz und der damit einhergehenden Verantwortung für uns selbst.

 

Wir wissen schon aus dem Physikunterricht: Reibung kostet Energie. Im gefühlten Unwohlsein und erst recht in fortgeschrittener Krisensituation haben wir davon jedoch immer viel zu wenig. Deshalb stemmen wir uns am Wendepunkt meist auch intuitiv dagegen. Im Ergebnis erzeugt das allerdings wesentlich mehr Reibung und Energieverluste, als einfach einmal inne zu halten, um uns und unsere Situation hinterfragen zu können.

Tatsächlich führt es nämlich zu umgehender Erleichterung, sobald wir den Wendepunkt erkennen und uns darauf einlassen. Reibung beinhaltet nämlich meistens auch die Chance zu wachsen. Folglich brauchen wir auch keine Angst davor haben, sondern können die Reibungsenergie stattdessen für unser Wachstum nutzen. Aber das geht leider nicht allein. Um neue Sichtweisen und Möglichkeiten zu erlangen, wie und wohin wir uns weiterentwickeln können, brauchen wir nämlich die Auseinandersetzung mit einem konstruktiven Gegenüber.

Raus aus der Opferhaltung: Jeder Tag ist ein Wendepunkt

Sicherlich gibt es manchmal gute Gründe alles so zu lassen, wie es ist. Außerdem leben wir in einem demokratischen Rechtsstaat. Bei uns wird niemand gezwungen, etwas gegen seinen Wille zu tun. Wir haben immer die Möglichkeit Nein oder Stopp zu sagen und können selbstbestimmt durch Leben ziehen. Voraussetzung dafür ist aber eine Bereitschaft zur Veränderung und der unbedingte Wille, aus dem Weg zu räumen, was uns an einem besseren Leben hindert. Ich empfehle dazu die „Technik des Ausmistens“: Wir packen alles in den Wanderrucksack, was nötig und sinnvoll ist und unseren wahren Bedürfnissen entspricht. Alles andere lassen wir einfach mal liegen. Und glauben Sie mir: Schon allein die Vorstellung davon fühlt sich dann auch gleich viel, viel leichter und besser an.

Was hilft hier? Ein glasklarer Realitätscheck!

Was hält uns ab? Was ist Dein „eigentlich“? Ein Leben in Kompromissen jedenfalls nicht.

Am Anfang steht deshalb immer die Übung, unsere eigene Wahrnehmung einzubeziehen. Wir neigen nämlich sehr stark dazu, die Signale und Gefühle unseres Körpers einfach wegzudrücken. Schärfen wir also unsere Sinne. Was fühlt sich gut an? Was nicht? Was hören wir? Und vor allem, was fühlen wir? Tatsache ist nämlich: wenn etwas nicht in Ordnung ist, spüren wir das schon lange bevor uns klar ist, dass wir neue Wege gehen sollten.

 

Coach Cast mit Insa Löll und Anke Nennstiel Wendepunkt Coaching Köln

Die Wendepunkt-Essenz

Nur anhand durchlebter Krisen und gelebter Veränderungen können wir wirklich wachsen. Es geht demnach immer darum, die eigenen Sichtweisen und das eigene Verhalten zu hinterfragen und entsprechend anzupassen. Und ausdrücklich nicht darum, den Chef, die Kollegen und alle Anderen dazu zu bekommen, jetzt doch gefälligst Rücksicht zu nehmen oder Dieses und Jenes zu tun. Tatsächlich müssen wir schon selbst dafür Sorge tragen, mit unser (Arbeits- und Lebens-)Situation gut zurecht zu kommen.

Ist das nicht möglich und der innere Wertekonflikt zu groß, bleibt nur eines: aus der Situation heraustreten, sich Unterstützung holen und das Bild einmal gemeinsam neu zu betrachten. Am besten natürlich ohne Angst vor dem Unbekannten, sondern mit der Vorfreude darauf, wozu wir diesen Wendepunkt im Leben zukünftig nutzen können.

Das ist natürlich alles andere als einfach, aber glauben Sie mir, es lohnt sich. Ich und die vielen Menschen in unserem Wendepunkt-Coachcast haben es selbst erlebt und gehen mit mutigem Beispiel voran. Wir haben nicht das Radiergummi herausgeholt um ungute Gefühle wegzuradieren, sondern die Einsicht gehabt: Ja, wir müssen etwas ändern. Und wollen damit nicht mehr warten.

Wendepunkt Jubiläumsfolge 25: Wendepunkt ist wie Umkehren ohne Zurückzugehen.

Mit Imagefilm Musik: Walking on Air von Frametraxx